Die Ausgangslage
Immobilien-GmbH separieren – Diese Formulierung lese ich fast wöchentlich in E-Mails – oft Freitagnachmittag, wenn die Woche keine Lösung gebracht hat. Wenn Mandanten mit „Immobilien-GmbH separieren“ kommen, fehlt meist nicht der Wille – sondern ein Wochenplan, den auch die Bank liest.
Meine Einschätzung
Bank und Finanzamt lesen Zahlen – nicht Stimmung. Deshalb zuerst Daten, dann Gespräche. Ohne Lagebild in zehn Werktagen wird jede Lösung zum Raten – und das gefährdet Fristen nach § 15a InsO.
Was ich konkret tun würde
- Dann baue ich mit dem GF einen Liquiditätsplan, den auch der Steuerberater nicht wegwischt.
- Gläubiger werden nicht alle gleich behandelt – aber alle gleich respektvoll angeschrieben.
- Steuer und SV werden offen gelegt, bevor ein Erwerber das Datenraum-Login bekommt.
- Wenn ein Erwerber im Raum steht, prüfen wir zuerst die Substanz, nicht die Eile.
Parallel klären wir, ob die Entscheidung, Sanierung oder Insolvenzantrag der realistischste Pfad ist.
Wo es hakt
Der gefährlichste Moment ist „noch schnell eine Zahlung“. Danach wird es für den GF persönlich.
Davon rate ich ab
Zu lange warten, bis die Bank kündigt. Zu früh unterschreiben, weil ein „Interessent“ droht abzuspringen. Beides habe ich nachbearbeitet.