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Markus Bertan

Due Diligence Praxisfall IT-Dienstleistung | Markus Bertan

Anonymisierter Praxisfall (IT-Dienstleistung): 780.000 € Schulden, 73 MA – Due Diligence in 21 Wochen strukturiert. Einschätzung von Markus Bertan.

Branche: IT-Dienstleistung (anonymisiert) · Rechtsform: GmbH · Mitarbeiter: 73 · Umsatz: ca. 2.262.000 € · Verbindlichkeiten: 780.000 €

Ausgangslage

Der Geschäftsführer meldete sich, nachdem zwei Hauptlieferanten die Zahlungsziele verkürzt hatten und die Hausbank die Kontolinie gekappt hatte. Gesellschafter wollten due diligence – einer sofort, einer nach Rückzahlung an die Familie.

Kernproblem

  • Negative Wochenliquidität ab Monat 2 im ersten 13-Wochen-Plan
  • Debitorenliste enthielt 207.000 € Forderungen älter als 90 Tage – realistisch nicht kurzfristig einbringbar
  • Zahlungen liefen nach „Gefühl“ statt nach dokumentierter Priorität
  • Kein schriftlicher Beschluss zu Due Diligence

Vorgehen Markus Bertan

Woche 1–3: 13-Wochen-Liquiditätsplan in Basis-, Stress- und Worst-Case-Szenario. Gläubigermatrix: sechs Gläubiger deckten 71 % der Verbindlichkeiten ab. Abstimmung mit Steuerberater und Kanzlei zur Einordnung der Insolvenzreife.

Woche 4–18: Zahlungsstopp für nicht kritische Posten, Stundungsgespräche mit zwei Hauptgläubigern, Ratenplan über 296400 €. Wöchentlicher Call GF, Gesellschafter, Berater.

Woche 19–21: Fokus auf Due Diligence – Erwerberkreis geprüft, Haftungsthemen für die Amtszeit dokumentiert, Notarvorbereitung begleitet.

Ergebnis nach 21 Wochen

  • Strukturierter Pfad zu Due Diligence – ohne Aktionismus
  • Insolvenzantrag damals nicht erforderlich; laufende Pflicht zur Re-Prüfung dokumentiert
  • Gesellschafterbeschlüsse und Zahlungsprotokolle vollständig

Typische Fehler in vergleichbaren Fällen

  • Weiterzahlungen an „freundliche“ Lieferanten nach erkennbarer Krise
  • Scheinverkauf ohne Erwerber-Due-Diligence
  • Rücktritt als GF ohne Übergabeprotokoll

Risiken, die wir aktiv adressiert haben

§ 15a InsO-Fristen, § 15b InsO bei Zahlungen, § 43 GmbHG, offene Sozialabgaben. Parallel zur wirtschaftlichen Struktur: Insolvenzantragspflicht prüfen.

Fall fiktiv und anonymisiert – keine Identifizierbarkeit. Keine Rechtsberatung.

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